Die geheinmisvolle Welt der Iberer

Ab 14. März im MAMUZ Museum Mistelbach 

In der Spanischen Botschaft in Wien. © Ulrike Potmesil

Unter den wachsamen Augen von Felipe VI., Juan Carlos, Alfonso XIII. und Maria Christina von Österreich beginnt eine Reise weit zurück in die Vergangenheit. In den erlauchten Räumen der Spanischen Botschaft in Wien – mit historischer Einrichtung und eindrucksvoller Prunkstiege – wurde die neue Sonderausstellung des MAMUZ Museum Mistelbach vorgestellt. Sie führt in die Welt der Iberer und damit in Spaniens Eisenzeit. „Spanien ist ein Land, das Tradition und Moderne vereint. Genau das möchten wir mit Kooperationen wie dieser mit dem MAMUZ Museum Mistelbach zum Ausdruck bringen“, betont die spanische Botschafterin María Aurora Mejía Errasquín. 

Pátera Carnassier (c) Museu d´Arqueologie de Catalunya/Antikenmuseum Basel und Samlung Ludwig.

„Denkt man an die historischen Verbindungen zwischen Spanien und Österreich, kommen uns zunächst die Habsburger in den Sinn”, meint sie. Doch abseits von Karl V., in dessen Reich die Sonne nie unterging, oder von Karl II., der als eines der drastischsten Beispiele für die genetischen Folgen jahrhundertelanger Verwandtenehen gilt, machen Historiker deutlich weiter zurückliegende Verbindungen zwischen den beiden Ländern aus. Die Beziehungen reichen somit weit über die Epoche der großen Dynastien hinaus. „Es geht um traditionelle Stammesgesellschaften, die sich mit übermächtigen Handelspartnern, landhungrigen Kolonisten und schließlich mit militärischen Großmächten auseinandersetzen mussten – auf der iberischen Halbinsel ebenso wie in Mitteleuropa“, erklärt Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ. „Die Iberer trieben Handel mit den Phönikern, die Germanen mit Etruskern und Römern. Die Römer begehrten das spanische Gold – und bei uns das norische Eisen.“ 

Krummschwert aus Eisen (c) Museu d´Arqueologia de Catalunya

300 Originalobjekte im Weinviertel 

„Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ ist ab 14. März im MAMUZ Museum Mistelbach zu sehen. Rund 300 hochkarätige Originalobjekte reisen dafür von Barcelona über Basel erstmals nach Österreich – genauer gesagt ins Weinviertel. 

Es handelt sich um die erste große archäologische Ausstellung hierzulande, die sich umfassend mit der Gesellschaft auf der iberischen Halbinsel vor mehr als 2.500 Jahren beschäftigt. Zu den herausragenden Exponaten zählen der Silberschatz von Tivissa, Gefäße mit iberischen Inschriften, bronzene Votivstatuetten sowie die eindrucksvollen Schädel mit eingeschlagenen Nägeln aus Ullastret. 

Schädel mit Nagel (c) Museu d´Arqueologia de Catalunya

„Diese Trophäen wurden öffentlich präsentiert, um Stärke zu demonstrieren und Feinde einzuschüchtern“, erläutert Carme Rovira Hortala, Leiterin der Ausstellungen im Museu d’Arqueologia de Catalunya. Lange galten die Iberer als wild und rückständig – ein Bild, das vor allem durch einseitige antike Quellen geprägt wurde. Neue archäologische Erkenntnisse zeichnen jedoch ein deutlich differenzierteres Bild dieser frühen Kultur. Im MAMUZ ist sogar ein Hörbeispiel der iberischen Sprache zu erleben. „Wir wissen, wie sie geklungen hat – verstehen können wir sie allerdings nicht“, sagt Carme Rovira Hortala. 

Erlebnis für die ganze Familie 

Auch für junge Besucherinnen und Besucher ist gesorgt. „Ganz im Sinne eines Erlebnismuseums präsentiert sich die Ausstellung besonders kinder- und familienfreundlich. Eigene Erlebnisbereiche laden dazu ein, in diese fremde Kultur einzutauchen und sie selbst zu entdecken“, ergänzt MAMUZ-Geschäftsführer Christoph Mayer. 

Infobox

Eröffnung: Freitag, 13. März, 18 Uhr 

Ausstellungsdauer: 14. März bis 29. November 2026 
Täglich 10:00–17:00 Uhr, an Feiertagen auch montags geöffnet  


Tickets: www.mamuz.at 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya in Barcelona, mit Unterstützung durch das Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig sowie der Spanischen Botschaft in Wien. 

Dama de Elche, Statuette Adorantin aus Bronze, Kalathos aus Ton (c) Museu d´Arqueologia de Catalunya.jpg

MAMUZ Schloss Asparn/Zaya und Museum Mistelbach  

Das MAMUZ ist ein Erlebnismuseum und Wissenszentrum für Urgeschichte und historische Archäologie mit dem Motto „Entdecken, staunen, ausprobieren!“. Es ist Teil des European Exhibition Network, ein Zusammenschluss archäologischer Museen. An zwei Standorten – dem Schloss Asparn/Zaya und dem Museum Mistelbach – lassen sich 40.000 Jahre Menschheitsgeschichte entdecken. Das MAMUZ Schloss Asparn/Zaya bietet eine umfassende Schausammlung über die Urgeschichte, Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie inklusive archäologischem Freigelände mit originalgetreuen Nachbauten von Gebäudefunden aus der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter. 

Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ, die spanische Botschafterin María Aurora Mejía Errasquín, Carme Rovira Hortala – Museu d’Arqueologia de Catalunya, MAMUZ-Geschäftsführer Christoph Mayer. © MAMUZ

Beitragsbild © MAMUZ

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