Das wohl kleinste Neujahrskonzert der Welt in Jedenspeigen
Während andernorts ein Orchester aus über hundert Musikerinnen und Musikern das neue Jahr begrüßen, setzt man in Jedenspeigen auf kammermusikalische Präzision – und feiert damit großen Erfolg.
Schon lange vor dem Jahreswechsel war klar: Dieses Neujahrskonzert wird wieder ein Fixpunkt für Musikliebhaberinnen und -liebhaber. Bereits seit Mitte Oktober 2025 restlos ausverkauft, eröffnete das Wiener Kabinettorchester im Rittersaal des Schlosses Jedenspeigen das neue Jahr mit Charme, Können und feiner Ironie – und bewies einmal mehr, dass musikalische Größe keine Frage der Besetzung ist.
Judith Waldschütz (Kontrabass und Moderation), Silvester Janiba (Akkordeon) und Julia Kainz (Violine) präsentierten ein Programm mit Tradition. Unterstützt wurde das Ensemble dabei von der Wiener Sopranistin Christine dell’Antonio.
Im ersten Teil stand ein musikalischer Rückblick auf das vergangene Jahr im Mittelpunkt. Neben pointierten Moderationen sorgte unter anderem die wohl „schnellste Fledermaus der Welt“ für staunende Gesichter und Stimmung im Publikum.



Ein besonderer Blick zurück galt auch den außergewöhnlichen Engagements des Ensembles: 2025 durfte das Kabinettorchester erstmals eine Operettenproduktion am Vätternsee in Schweden begleiten – „Im weißen Rössl“, aufgeführt in schwedischer Sprache. Ergänzt wurde der Rückblick durch Einblicke in eine Ringvorlesung, mit der das Ensemble im vergangenen Jahr das Wienerlied wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt hat.
Interaktiv wurde es ebenfalls: Über einen QR-Code können alle Freunde des Wienerischen an einem Quiz teilnehmen – „Wienerisch für Fortgeschrittene“. 15 Fragen, jedes Mal neu zusammengestellt, laden dazu ein, das eigene Sprachgefühl auf die Probe zu stellen.



Der zweite Konzertteil war ganz dem Johann-Strauß-Jahr 2025 gewidmet. Walzer, Operettenklänge und musikalische Klassiker schlugen dabei elegant den Bogen zwischen Wiener Tradition und zeitgemäßer Interpretation.
Roland Sperk, Obmann vom Kulturverein „Landpartie am Kellerberg“ freute sich über das volle Haus, holte die helfenden Hände vor den Vorhang und betonte in seiner Begrüßung die besondere Rolle der Gemeinde:
„Die Gemeinde ist für uns mehr als nur ein Partner – sie unterstützt uns bei jeder Gelegenheit.“ In Anlehnung an das große Neujahrskonzert in Wien begrüßte Sperk Bürgermeister Alfred Kridlo augenzwinkernd „in Vertretung des Bundespräsidenten“ als Ehrengast.
Zum Abschluss brachte Sperk das Erfolgsrezept des Konzerts auf den Punkt:
„Warum die Wiener mit ihrem Riesenorchester so einedrahn – mit drei Musikerinnen klingt das mindestens genauso gut.“
Ein weiteres Mal bewies das kleinste Neujahrskonzert der Welt, dass es an Würde, Witz und musikalischer Qualität den großen Vorbildern um nichts nachsteht.
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