Franz Rauscher: Ein Leben für die Malerei

Glas, Kirche, Auftragsarbeit – für den Zistersdorfer Künstler Franz Rauscher gleich mehrere Dinge, die so nicht alltäglich sind. Und genau daraus ist in den vergangenen eineinhalb Jahren ein besonderes Projekt entstanden.

Eine Madonna mit Strahlenhänden, die bald in der Kirche von Velm-Götzendorf ihren Platz finden wird. Drei Entwürfe hat er dafür gemacht, besprochen, überarbeitet, weiterentwickelt. Jetzt steht das Werk kurz vor der Montage – als Glasbild, das vor einem Fenster angebracht wird. Das Licht ist also nicht nur Hintergrund, sondern Teil der Arbeit.

Glas ist für Rauscher eigentlich nicht das bevorzugte Material. Ganz fremd ist es dem gebürtigen Marchegger aber dennoch nicht. Zwei bemalte Glastüren für ein Privathaus, ein hinterleuchtetes Glasbild eines alten Weinkellers für einen Winzer – er kennt die Eigenheiten, die die Glasmalerei mit sich bringt. Vor allem die Geduld, die es braucht: spezielle Farben und lange Trocknungszeiten. „Ich ändere gerne, auch wenn ich eigentlich schon fertig bin. Beim Glas muss ich eben eine Woche warten, bis ich da wieder was machen kann.“

Geduld ist also nicht nur eine Tugend, sondern manchmal auch dringend notwendig, um ein Kunstwerk strahlen zu lassen.

Rauscher gehört zu den ältesten aktiven Künstlern im Bezirk Gänserndorf. Sein Atelier befindet sich im eigenen Haus in Zistersdorf. Angefangen hat seine Liebe zur Malerei vor vielen Jahrzehnten – Franz Rauscher war 30 Jahre alt und ziemlich pragmatisch: „Wir haben Haus gebaut und ich wollte Bilder an den Wänden, hab mir aber keine leisten können.“ Also hat er selbst zu malen begonnen. Erst mit Lackresten, dann mit wachsendem Interesse auch an Technik. Kurse, Seminare, Workshops. Wobei ihn weniger interessiert hat, „was der da vorne erzählt“, sondern wie die anderen arbeiten. Und dann irgendwann kam die Erkenntnis: „Erst beim Aktzeichnen lernt man es richtig.“

Vom Malen leben zu müssen, war für ihn nie ein Thema. Rauscher war Lehrer und dabei recht flexibel: Mathematik, Bildnerische Erziehung, Geschichte und Englisch. Eine wilde Kombination, die sich auch in seiner Kunst widerspiegelt. Gegenständlich, abstrakt, Collagen – er wechselt den künstlerischen Zugang, wie es für den Moment gut passt. „Denn wenn man nicht davon leben muss, kann man malen, wie es einem gefällt“, stellt Rauscher fest.

Vierzig Jahre lang hat er jedes Jahr zur Atelierausstellung eingeladen. Heute sieht er das gelassener. „Der Markt ist gesättigt, es hat ja jeder, der will, schon ein Bild von mir.“ Sein Atelier öffnet er nur noch zu den Tagen der offenen Ateliers oder wenn er gezielt ausstellt.

So wie jetzt: Ab 16. April bei „Kunst trifft Handwerk“ bei Tischlermeister Wolfgang Krappel in Neusiedl an der Zaya. Vernissage ist um 17 Uhr, die Arbeiten bleien danach einen Monat lang zu sehen.

Und dazwischen? Wird natürlich gemalt. „Es kann allerdings auch sein, dass ich ein Monat nichts mache – und dann wieder zwei oder drei Bilder auf einmal.“

Auch mit Keramik experimentiert Rauscher. Dabei fasziniert ihn, wie man aus nichts etwas Lustiges, Abstruses oder Kurioses machen kann. Und auch die Weitergabe des Kunsthandwerks gehört für Rauscher dazu: bei der Ferienbetreuung in Zistersdorf oder bei Kursen der VHS Strasshof gibt der Maler sein Wissen weiter und ist selbst immer wieder fasziniert, wie kreativ Kinder und Erwachsene sein können.

Am Ende bleibt vor allem eines spürbar: eine jahrzehntelange Leidenschaft für das Malen selbst. Unabhängig von Material, Auftrag oder Ausstellung. Einfach das Dranbleiben – seit damals, als aus ein paar Lackresten die ersten Bilder entstanden sind.

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