Koch Thomas Sterchele mit Oberkellner Klaus Mödelhammer und Pächter Mark Lewis.

Schloss Taverne Bisamberg: Ab 1. Oktober wird wieder aufgetischt

Ein Mittagessen um sieben Euro, ein Koch mit Haubenerfahrung und Bilder vom Vater an der Wand: Die Schloss Taverne Bisamberg soll am 1. Oktober eröffnen. Wir waren bei der Pressekonferenz und haben uns angehört, was der neue Pächter Mark Chad Lewis vorhat.

Mark Chad Lewis könnte jetzt mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren. Zumindest theoretisch. Der Gastronom lebt in Spillern und ist mit seiner Cateringfirma Lobster Union von Wiener Neudorf ins Schlossareal nach Bisamberg übersiedelt. Dort wird er nun auch ein Wirtshaus aufsperren.

Dass das derzeit eine ziemlich mutige Entscheidung ist, weiß Lewis selbst. Waren, Personal, Betriebskosten: Da müsse man schon genau rechnen, damit am Ende etwas übrig bleibt. Deshalb setzt er auf zwei Standbeine. Das Catering läuft bereits am neuen Standort, am 1. Oktober soll die Schloss Taverne dazukommen.

Ein Wirt, der gut zuhört

Was braucht es, damit die Menschen kommen? Lewis will sich bei seinem Konzept daran orientieren, was im Ort gefragt ist. Ein unkompliziertes Mittagessen zum Beispiel. Für alle, die in der Mittagspause wenig Zeit haben. Oder für ältere Menschen, denen das tägliche Kochen zu mühsam ist.

Von 11.30 bis 13.30 Uhr soll es deshalb einen schnellen Lunch geben: eine Fleisch- oder Fischspeise und eine vegetarische oder vegane Alternative. Keine große Karte, dafür ein günstiger Preis. Sieben Euro pro Essen schweben Lewis vor. Noch ist das eine Preisvorstellung, aber eine, die aufhorchen lässt.

Was auf den Teller kommt, erfahren die Gäste erst vor Ort. Dafür soll das Essen flott auf dem Tisch stehen. Lewis spricht bei seinem Vorhaben von der „schönsten Kantine im Umkreis“. Essen zum Mitnehmen ist ebenfalls geplant.

Ein Haubenkoch kann auch Wirtshausküche

Am Herd steht Thomas Sterchele. Der Küchenmeister hat unter anderem im mit zwei Hauben ausgezeichneten Restaurant Figl gekocht. In Bisamberg soll er zunächst das auf die Teller bringen, was man sich in einem Wirtshaus wünscht. Saisonale Zutaten und Produkte aus der Region spielen in seiner Küche eine wichtige Rolle.

Die Abendkarte soll überschaubar bleiben: drei Vorspeisen, vier bis fünf Hauptgerichte, drei Desserts. Dazu saisonale Gerichte, bei denen Sterchele zeigen kann, was er sonst noch im Repertoire hat. Am Wochenende wird auch mittags à la carte gekocht. Und wer dazwischen vorbeischaut, soll Kaffee, Kuchen und kleine Speisen bekommen.

Beim Wein bleibt man gerne in der Nähe: Rund die Hälfte des Sortiments soll aus Bisamberg und Umgebung kommen. Auch alkoholfreies Bier vom Fass ist vorgesehen.

Bilder vom Vater und Service der alten Schule

Für das Wohnliche bringt Lewis ein Stück Familiengeschichte mit. Bilder und Teile der Ausstattung im Stüberl stammen von seinem Vater. Sie haben hier einen neuen Platz gefunden und sollen dazu beitragen, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Im Service übernimmt Klaus Mödelhammer. Das Team setzt auf die alte Schule der Gastlichkeit: aufmerksam sein, beim Mantel helfen, den Gästen auch einmal den Sessel zurechtrücken. Kleine Gesten, die durchaus zu einem Wirtshaus passen.

Bis alles so weit war, brauchte es allerdings Geduld. Fragen zum Denkmalschutz mussten geklärt werden, Container für das Equipment ließen auf sich warten. Und die passenden Mitarbeiter zu finden, erwies sich trotz Lewis’ langer Branchenerfahrung als schwierig. Jetzt ist die Stammmannschaft beisammen.

Platz für den Alltag und die großen Feste

40 Plätze in der Gaststube, rund 50 auf der Terrasse, dazu Jagdstüberl, Gewölbekeller und Kunststadl: An Möglichkeiten mangelt es am Schlossareal nicht. Hochzeiten, Geburtstage und Firmenfeiern sollen hier ebenso Platz haben wie später regelmäßig stattfindende Themenbuffets.

Die externen Caterings bleiben dabei ein wichtiger Teil des Geschäfts. Deshalb kann es auch zusätzliche Schließtage geben; das Team empfiehlt, vor einem Besuch zu reservieren. Donnerstags ist fixer Ruhetag und auch Sonntagabend bleibt geschlossen.

Für Lewis gehört zum Wirtshaus auch das Zusammenkommen, Reden und Neuigkeiten-Austauschen. Die Räume dafür sind da. Ab Oktober sollen die Bisambergerinnen und Bisamberger sie mit ihren eigenen Geschichten füllen.

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