MIT LEIB UND SÖH A WEINVIERTLER – Was ist das?
Alle Fotos: © Weinviertel-Remasuri/Regina Courtier – Josef Schäfer, zertifizierter Kellergassenführer, Initiator des Hautzendorfer Kellergassenfestes.
…eine Frage, die dem zertifizierten Kellergassenführer Josef Schäfer bei einem Interview im Rahmen der Radio NÖ Sommertour von Redakteurin Ursula Puchner einen Grinser entlockt.
„Ein Weinviertler zu sein, ist mehr eine Lebenseinstellung“, meint der Kellergassenfex. „Der Weinviertler pflegt seine Leidenschaft zur Region, ist gesellig und sieht den Rebensaft als Lebenselixier.“
Und auf die Frage, welche Kellergasse im Kreuttal denn die schönste sei, kommt die Antwort spontan:
„Wir haben hier sechs Kellergassen und alle sind schön. Aber besonders toll ist die Hohlwegkellergasse in Hautzendorf – wo jetzt übrigens gerade der dritte Tag eines Kellergassenfestes läuft, zu dem alle eingeladen sind, die Zeit haben!“
Das gesamte Interview finden Sie: HIER



Und tatsächlich: Vom Interview mit Radio NÖ in Unterolberndorf treibt es den Kellergassenführer unverzüglich weiter zu „seinem“ Kellergassenfest um’s Eck ins beschauliche Hautzendorf.
Diesmal habe ich mir als Redakteurin den dritten Fest-Tag ausgesucht. Einfach, weil ich wissen wollte, ob jeder Termin so einmalig ist wie Eröffnung dieses Festreigens.
Und ja, er ist sogar noch besser!
Das Publikum ist unaufgeregter, man trifft quasi die Genussbesucher, Menschen die sich mich Freude ins Weinviertel hängen um diese Lebensart mitzunehmen.
Man sitzt gemütlich beisammen, plaudert, genießt gemeinsam den Wein und lässt die besondere Atmosphäre dieser wirklich schönen Kellergasse einfach auf sich wirken. Und so mancher plant in naher Zukunft eine Führung durch die historischen Weinkeller, weil neugierig, was sich hinter so einer Kellertüre verbirgt ist nahezu jeder.






Musik für die ganze Kellergasse
Was heuer anders war? Die komplette Kellergasse wurde beschallt. Damit war sichergestellt, dass die Musik tatsächlich im gesamten Besucherbereich zu hören war und nicht nur in unmittelbarer Bühnennähe.
Nach einem kurzen Soundcheck ging es dann auch schon los.
Die „Machrofonie“ mit Engelbert Mach an der Gitarre, Martin Fostel am Akkordeon und Manfred Chromy am Kontrabass war diesmal für die musikalische Unterhaltung und diese einzigartige Weinviertler Heurigenstimmung zuständig.
Und genau das hat für mich so gut gepasst: Musik, Wein, Kellergasse – mehr Weinviertel geht eigentlich kaum.
Für das leibliche Wohl sorgten Freunde und Helfer rund um Josef Schäfer, der auch Obmann des hiesigen Kellergassenvereines ist. Hier ist die Freude am gemeinsamen Tun, diese alte Kellergasse in den Focus zur rücken deutlich spürbar.
Wein in allen möglichen Varianten und natürlich auch antialkoholische Getränke standen bereit. Dazu gab es ein hervorragendes Heurigenbuffet, das man sich das ganze Jahr über vielleicht versagt, welches aber der idealen Begleiter zu Wein und Musik mitten im Weinviertel ist und damit die Stimmung merklich hebt.
Einmal im Jahr darf man doch, oder?
Also ich habe es genossen, wieder einmal in ein Bratlfett’n-Brot zu beißen und es mir im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen zu lassen und damit war ich, um mich geschaut, nicht alleine.






Wenn Musiker einfach loslegen
In der Musikpause wollten die Gäste dann auch die im Publikum entdeckten Musiker Fredi Gradinger und Franz Horacek spielen hören.
Gemeinsam mit Hans Radon und Josef Schäfer haben die beiden als Trio „Weltlin“ die CD „Urlaub in Hautzendorf“ aufgenommen. Eine wunderbare Sammlung von Weinviertler Heurigenliedern, die dem Zeitgeist durchaus entsprechen und trotzdem ganz tief in der Region verwurzelt sind.
Da Hans Radon diesmal nicht anwesend war, übernahm kurzerhand Manfred Chromy den Kontrabass.
…dann wurde Gastgeber Josef Schäfer auf die Bühne geholt. Der wehrte sich – zum Glück – nicht dagegen und gab die von Fredi Gradinger getexteten Weinviertel-Lieder zum Besten.






Mein Fazit?
Treffen sich gute Szene-Musiker ist auch die Musik gut. Ob aus dem Publikum geholt oder nicht, Improvisation ist alles und genau das macht für mich den Reiz solcher Veranstaltungen aus, auch wenn ich absolut keine Heurigen- und Heimatmusikliebhaberin bin. Aber das hier gebotene hat mir wieder sehr gefallen und auch die einzelnen Musiker wieder ein wenig näher kennen zu lernen fand ich überaus charmant.
Die Stimmung auf diesem Fest war gechillt, die Weine aus der Region hervorragend und das Buffet mit seinen Heurigenschmankerl, natürlich wie jedes Jahr, vom Feinsten. Ein Kellergassenfest für Gourmets der Heurigenmusik, das ich, neben einer Kellergassenführung, die unabhängig vom Fest buchbar ist, gerne weiterempfehle.
Ein stimmungsvolles Naturfinale bot dann der alljährlich um diese Jahreszeit stattfindende, zauberhafte Sonnenuntergang mitten in der Kellergasse.
Um ca. 19.45 Uhr legten sich die letzten Sonnenstrahlen in den Hohlweg und tauchten die Trift noch ein letztes Mal für diesen Tag, in dieses ganz besondere Licht von dem man meint, es nur dort erleben zu können.
Da steht man dann, schaut, genießt ein bissl und denkt sich:
Ja. So fühlt sich Weinviertel an.






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