Literaturtipps von Bücherqueen Michaela: „Gott des Waldes“ – ein packender Nicht-Thriller

Unsere Bücherqueen Michaela Skilich erzählt in Teil zwei ihrer Rubrik im Weinviertel Remasuri über den Thriller „Gott des Waldes“ von Liz Moore und warum das Buch eigentlich doch kein Thriller ist.

Der Inhalt

Das Buch erzählt von der wohlhabenden Familie van Laar, deren Sohn Bear in den 1950ern aus einem Feriencamp verschwindet. Vierzehn Jahre später wiederholt sich die Geschichte, als die Tochter Barbara im Sommer 1975 spurlos verschwindet. Erzählt wird die Handlung aus verschiedenen Perspektiven – von Camp-Betreuer über Ermittler bis zu Familienmitgliedern.

Obwohl die Ausgangslage an einen klassischen Thriller erinnert, liegt die Stärke des Romans woanders: im vielschichtigen Porträt einer Familie zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, elitären Strukturen und der Frage, wie Frauen in diesem Umfeld wahrgenommen, gedrängt oder zum Schweigen gebracht werden.

Die dichte Atmosphäre der Wälder, die verschlungenen Zeitebenen und das Aufbrechen alter Geheimnisse machen den Roman zu einem intensiven Leseerlebnis – nicht reißerisch, sondern gesellschaftskritisch und psychologisch eindringlich.

Michaelas Meinung

„Gott des Waldes“ wird eigentlich als Thriller beworben, ist für mich aber meilenweit entfernt davon. Es spielt in zwei Zeitzonen, den 50er und 70er Jahren, der Hauptstrang ist für mich allerdings nicht das Verschwinden der Kinder, sondern wie man mit deren Mutter umgeht – also wieder ein kritischer Roman über das Verhalten gegenüber Frauen und deren Rolle in der Gesellschaft.

Gott des Waldes von Liz Moore – übersetzt von Cornelius Hartz (Verlag C. H. Beck, 2025)

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