Wartberg & Zauberwald: Ein neu erwachter Kraftplatz
Alle Fotos © Regina Courtier/Weinviertel Remasuri
Der Wartberg ist weit mehr als ein Aussichtspunkt mit Blick bishin zur Landesgrenze. Seine Geschichte als strategisch bedeutende Anhöhe inspirierte dazu, diesen besonderen Ort neu zu beleben. Gemeinsam mit der Künstlerin Marion Szedlacsek, Bernhard Schausberger und der Marktgemeinde Bad Pirawarth entstand ein Kraftplatz, der Natur, Kunst und Geschichte verbindet. Ergänzt durch Skulpturen und Installationen im angrenzenden Wald wurde daraus ein Ort voller Atmosphäre und Fantasie.
„Dieses Projekt ist mit der Zeit gewachsen“, erzählt Marion Szedlacsek. „Ziel war es, einen gemeinschaftlich gestalteten Kraftplatz für alle zu schaffen“.
Und das ist gelungen!
Mit Wein und Brot, begleitet von groovigen Trommelklängen, konnte das gesamte Areal in einem feierlichen Akt nun auch für die Besucher freigegeben werden.






Musikalisch führte Anna Hirschvogl mit ihrem Trommel-Orchester „Grooving Djembe“ durch die Eröffnungsfeierlichkeiten.
Der Zauberwald
Der am Reha-Wanderweg gelegene Kraftplatz mit seinem Zauberwald lädt dazu ein, den Alltag hinter sich zu lassen. Zwischen kleinen Kunstwerken, versteckten Details und natürlichen Rückzugsorten entsteht Raum für Fantasie und Entschleunigung.
Der Wald versteht sich als lebendiger Ort, der wachsen und sich verändern darf. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, immer wiederzukommen, Neues zu entdecken und die besondere Atmosphäre bewusst wahrzunehmen. Gleichzeitig lebt dieser Platz vom respektvollen Umgang mit der Natur. Der Wald soll so verlassen werden, wie man ihn vorgefunden hat – als Ort schöner Eindrücke und Erinnerungen.






Eine Runde durch den unmittelbar angeschlossenen Zauberwald von „Marion & Bernhard“ ist inspirierend und spannend zugleich, vor allem wenn man beginnt, alles an wundersamen Dingen, die einem dabei aus Märchen begegnen, in sich aufzunehmen.
Die Vision von Marion und Bernhard
Marion Szedlacsek lebt und arbeitet in Bad Pirawarth. Seit 2007 steht Kunst im Mittelpunkt ihres Schaffens. Viele ihrer Techniken hat sie sich autodidaktisch angeeignet. Ob Malerei, Metallarbeit. Ihr Anliegen ist es, aus alten Materialien Neues entstehen zu lassen und damit Freude zu schaffen.
Besonders intensiv arbeitet sie derzeit mit Altmetall. Dabei zerlegt sie ausgediente Gegenstände, verbindet einzelne Teile neu und haucht dem Material neues Leben ein. Marion ist Mitglied des Kunstvereins Mistelbach sowie der Kulturvernetzung Niederösterreich.
Bernhard Schausberger teilte diese Begeisterung. Für ihn war wichtig, Orte zu schaffen, die Raum für Gedanken, Träume und Fantasie lassen – Dinge, die im hektischen Alltag oft verloren gehen.
Die Eröffnung dieses Herzensprojekts durfte Bernhard Schausberger leider nicht mehr miterleben. Sein Wunsch nach einem Ort voller Inspiration lebt hier jedoch weiter.



Geschichte des Wartbergs
Gemeindevorständin Andrea Grames verweist auf die lange Geschichte des Ortes. Funde aus der Jungstein-, Bronze- und Hallstattzeit belegen, dass die Gegend seit Jahrtausenden besiedelt ist. Die erhöhte Lage und die fruchtbare Umgebung boten ideale Voraussetzungen dafür.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort um 1125 als „Pirchinwart“. Der Name „Wart“ verweist auf die Funktion als strategischer Aussichtspunkt. Von hier aus konnte man weit über das Land blicken. In unsicheren Zeiten dienten Signalfeuer zur Warnung vor Gefahren.
Heute knüpft der neu gestaltete Kraftplatz an diese Geschichte an: Wo einst Feuer Zeichen setzten, lädt nun ein Ort der Ruhe dazu ein, Kraft zu schöpfen.



Echsenhügel & Trockensteinmauer
2024 begann mit ehrenamtlicher Unterstützung die Errichtung einer Trockensteinmauer samt Echsenhügel nach ökologischen Kriterien. Das Grundstück wurde von der Marktgemeinde Bad Pirawarth angekauft.
Die Trockensteinmauer bietet heute wertvollen Lebensraum für viele heimische Tierarten. Zwischen den Steinen entstehen warme, geschützte Rückzugsorte für Eidechsen, Insekten und andere Kleintiere. Der Echsenhügel lädt dazu ein, die Natur aufmerksam zu beobachten und ihre verborgene Vielfalt zu entdecken.



Ein Projekt – viele Helfer
An der Entstehung des Kraftplatzes waren zahlreiche Menschen beteiligt: Franz und Ulrike Lisy, der Verschönerungsverein Bad Pirawarth, Mitarbeitende des Bauhofs, die Marktgemeinde Bad Pirawarth, Bürgermeisterin Verena Gstaltner, Gemeindevorständin Andrea Grames sowie viele freiwillige Helferinnen und Helfer.
Getragen wurde das Projekt vor allem von der kreativen Vision von Marion Szedlacsek und Bernhard Schausberger, die den Wartberg zu einem Ort der Begegnung, Inspiration und Ruhe gemacht haben.
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herzliche Gratulation zu diesem wunderbaren Projekt –