Zehn Bühnen, viele Unterstützer: Wie das Wienerlied Festival Sierndorf möglich wird

Am 22. August 2026 wird der Sierndorfer Kellerberg wieder zur großen Naturbühne. Zehn Bühnen, 18 Musikgruppen, Weinviertler Kellergassenflair und ganz viel Wienerlied: Das Wienerlied Festival hat sich in kurzer Zeit zu einer Veranstaltung entwickelt, die weit über die Region hinaus Beachtung findet.

Beim Sponsorenevent am Kellerberg wurde nun deutlich: Hinter diesem Festival stehen nicht nur Musikerinnen, Musiker und ein engagiertes Organisationsteam, sondern auch Betriebe und Unterstützer, die an die Idee glauben. Viele von ihnen begleiten das Festival von Anfang an. Manche haben sogar ihre eigene Bühne.

Organisator Roland Sperk brachte es in seiner Ansprache auf den Punkt: In der Wienerlied-Szene zählt das Festival mittlerweile zu den Topveranstaltungen Niederösterreichs. Außerdem fließen 100 Prozent des Reinerlöses in den Erhalt der Sierndorfer Kellergasse. Ohne Sponsoren wäre das in dieser Form nicht möglich. Die Hauptsponsoren, also jene Sponsoren, die ein Sponsoring für eine der Bühnen am Kellerberg übernehmen, berichten über ihre Motive, das Festival, das von der Landpartie am Kellerberg organisiert wird, zu unterstützen.

Tradition trifft neue Idee

Einer der Hauptsponsoren ist Baumeister Peter Weiser aus Drösing. Der Familienbetrieb besteht bereits in vierter Generation, seit 1913 werden Einfamilienhäuser und Hallen gebaut. Der Ursprung des Unternehmens liegt in Sierndorf – und vielleicht passt gerade deshalb die Verbindung zum Kellerberg so gut.

„Das Wienerlied hat eine lange Tradition – so wie unser Betrieb“, sagt Peter Weiser. Gleichzeitig gehe es im Unternehmen nicht nur um Beton, Baustellen und Baupläne. Auch Kultur und regionale Projekte seien der Familie wichtig. Zum dritten Mal unterstützt Weiser nun das Wienerlied Festival.

Überzeugt hat ihn vor allem die besondere Atmosphäre: Naturbühnen mitten im Kellerberg, ein lockeres Fest und eine Idee, die es in dieser Form in der Region bisher nicht gegeben hat.

Regionales Sponsoring aus Überzeugung

Auch Herbert und Michaela Weiser von Weiser Einrichten aus Sierndorf sind seit Beginn mit dabei. Ihr Betrieb steht für Möbel und Wohnideen – und beim Wienerlied Festival auch für regionales Engagement.

Angefangen hat alles mit einem kleineren Sponsoring. Organisator Roland Sperk kam damals auf den Betrieb zu. Herbert Weiser wusste sofort, wie viel Arbeit hinter so einer Veranstaltung steckt. Schließlich hat er selbst jahrelang in Jedenspeigen Veranstaltungen organisiert.

Gerade deshalb war für ihn klar: Wenn jemand so ein Projekt in der Region auf die Beine stellt, dann soll man das unterstützen. Regionales Sponsoring ist dabei für Herbert und Michaela Weiser eine bewusste Entscheidung.

„Wir machen Kultur leistbar“

Von Anfang an dabei ist auch die Arbeiterkammer Niederösterreich. Michael Wilczek fasst den Zugang der AK NÖ so zusammen: „Wir machen Kultur leistbar.“

Die Arbeiterkammer unterstützt Kulturangebote in der Region, bei denen auch AK-Mitglieder von Ermäßigungen profitieren. Dabei geht es nicht nur um große Häuser und bekannte Namen, sondern auch um kleine und mittlere Kulturbetriebe und Veranstaltungen, die vor Ort etwas bewegen.

Dass die AK ein gutes Gespür dafür hat, was funktionieren kann, zeigt sich auch hier. Das Schrammelklang Festival in Litschau sei längst ein Begriff, sagt Wilczek. Das Festival in Sierndorf sei aber etwas ganz Eigenes. Die Verbindung von Wienerlied und Weinviertel passe perfekt.

Eine Bühne mitten in der Naturarena am Kellerberg

Besonders handfest wurde das Engagement bei der Firma Pöll aus Dürnkrut. Das Unternehmen für Holzbau, Dachdeckerei und Spenglerei wird von Geschäftsführer Wolfgang Pöll und seinem Bruder Matthias in vierter Generation geführt. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei in der Region.

Wolfgang Pöll ist nicht nur Unternehmer, sondern auch Musiker – von Metal bis Austropop. Als Roland Sperk mit seiner Idee kam, war er sofort begeistert. Die Firma Pöll ist seit Beginn Sponsor und hat sogar eine eigene Bühne aus Holz gebaut: natürlich die Pöll-Bühne.

Sie steht mitten in der Naturarena am Kellerberg und wird nicht nur beim Wienerlied Festival genutzt, sondern auch für andere Veranstaltungen. So bleibt vom Sponsoring mehr als ein Logo auf einem Plakat. Hier wurde im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne für Kultur geschaffen.

Musik liegt auf der Hand

Heuer erstmals als Sponsor dabei ist Günter Rathammer mit Audio Tuning und der Marke Pro-Ject Audio Systems. Das Unternehmen steht für HiFi-Plattenspieler und Stereo-Erlebnis – da liegt die Verbindung zum Thema Musik natürlich nahe.

Rathammer kennt Roland Sperk schon lange und war bei den vergangenen Festivals selbst als Besucher dabei. Nach diesen Eindrücken war für ihn klar, dass er das Projekt unterstützen möchte. Auch persönlich gibt es einen regionalen Bezug: Rathammer stammt ursprünglich aus Drösing, eine Gemeinde gleich neben Sierndorf.

Entspannt, gut organisiert und einfach schön

Christian und Lavinia Ghera von der Ghera Isotechnik GmbH aus Gänserndorf sind ebenfalls von Anfang an dabei. Zum Festival kamen sie über Rolands Frau Natascha, die ihnen davon erzählte.

Die Begeisterung war schnell da. Seitdem sind sie nicht nur Sponsoren, sondern auch selbst als Besucherinnen und Besucher vor Ort. Was sie besonders schätzen, ist die entspannte Stimmung: keine Hektik, eine schöne Umgebung und ein Fest, bei dem man spürt, wie viel Herzblut in der Organisation steckt.

Für die beiden ist es schön zu sehen, dass ein kulturelles Projekt in der Umgebung wächst – und dass sie einen Teil dazu beitragen können.

Ohne Sponsoren keine Kellergassenmusik

Neben den genannten Betrieben unterstützen auch WEB, Simonsfeld, Ö1 und Radio Weanarisch das Wienerlied Festival als Hauptsponsoren.

Was sie alle verbindet: Sie ermöglichen ein Festival, das Kultur, Musik, Weinviertler Landschaft und regionales Engagement zusammenbringt. Am Sierndorfer Kellerberg geht es nicht nur darum, Musik zu hören. Es geht auch darum, einen besonderen Ort zu erhalten, Menschen zusammenzubringen und zu zeigen, dass große Kultur nicht immer in großen Sälen stattfinden muss.

Manchmal reicht ein Kellerberg, ein paar Bühnen, gute Musik – und Menschen, die sagen: Das unterstützen wir.

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