Wienerlied Fans pilgern zum Festival am Sierndorfer Kellerberg
Zehn Naturbühnen, rund 60 Musikerinnen und Musiker, 1.500 Gäste – und mittendrin ganz viel Weinviertler Lebensgefühl: Beim dritten Wienerlied-Festival wurde der Sierndorfer Kellerberg zwei Tage lang zum Treffpunkt für alle, die Musik, Wein und besondere Orte lieben.
Fotos: Regina Courtier
SIERNDORF AN DER MARCH. Am 21. und 22. August verwandelte der Kulturverein „Landpartie am Kellerberg“ die Natur- und Kulturarena Sierndorfer Kellerberg zum dritten Mal in ein Mekka des Wienerlieds. Rund 60 Musikerinnen und Musiker in 18 Formationen spielten auf zehn Naturbühnen entlang der Kellergasse. Dazwischen schlenderten rund 1.500 Besucherinnen und Besucher von Bühne zu Bühne, blieben stehen, hörten zu, plauderten, tranken ein Glas Wein – und genossen vor allem eines: die besondere Stimmung.
Die Gäste kamen aus allen österreichischen Bundesländern und sogar aus Deutschland. Am späten Samstagnachmittag war dann endgültig Schluss mit Tickets, das Festival war bis auf die letzte Karte ausverkauft.



Ein ganzes Dorf macht Festival
Dass so ein Festival überhaupt funktioniert, liegt nicht nur an den Musikerinnen und Musikern. Rund 180 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in orangen T-Shirts waren an diesem Wochenende im Einsatz.
„Ein ganzes Dorf macht Festival“, sagte Roland Sperk, Obmann des Kulturvereins, bei der Eröffnung. Und eigentlich beschreibt dieser Satz ziemlich genau, was den Kellerberg an diesem Wochenende ausmacht.
Denn hier wird nicht einfach nur ein Festival veranstaltet. Hier packen viele gemeinsam an, schenken aus, organisieren, tragen, richten her und kümmern sich um die Gäste.
„Ohne diese wunderbaren Menschen kein Festival“, bringt es Sperk auf den Punkt.



Ganz nah am Wienerlied dran
Was das Festival so besonders macht, ist die Nähe: Zehn Naturbühnen, eingebettet in die Kellergasse, und Musikerinnen und Musiker, die unplugged und praktisch auf Augenhöhe mit dem Publikum spielen.
„Da so ein großes Wienerlied-Musikantentreffen auf zehn Naturbühnen, in einer Weinviertler Kellergasse und wunderbaren Naturarena einzigartig ist, folgen viele Menschen unserer Einladung“, erklärt Sperk. „Es ist eine unglaublich entspannte Stimmung, die Musiker musizieren unplugged und hautnah und unsere Gäste sind einfach Genussmenschen.“
Und genau das merkt man. Niemand hetzt von Programmpunkt zu Programmpunkt. Man bleibt stehen, hört noch ein Lied, trifft Bekannte, entdeckt eine neue Formation oder landet einfach dort, wo die Musik einen mitten ins Herz trifft.



Für das Weinviertel Remasuri wurde es diesmal ganz persönlich
Für Remasuri-Redakteurin Elisabeth war das Wienerlied-Festival heuer noch aus einem ganz anderen Grund etwas Besonderes. Den Sierndorfer Kellerberg hat sie längst zu einem ihrer Lieblingsorte im Weinviertel auserkoren – und genau dort feierte sie während des Festivals ihren 40. Geburtstag.
Und obwohl die Landpartie an diesem Wochenende ohnehin alle Hände voll zu tun hatte, wurde dafür extra ein Weinkeller zur Verfügung gestellt und liebevoll dekoriert.
Zwischen Wienerlied, Kellergasse und Festivaltrubel wurde daraus eine Geburtstagsfeier, wie man sie sich kaum schöner wünschen könnte. Für Elisabeth war es jedenfalls ziemlich genau der richtige Ort für den 40er: mit Freunden, Musik, Wein und ganz viel Kellerberg.



Von der Matinee bis zur Köllaberg Ramasurie
Los ging das Festival bereits am Freitagabend mit einem „Aufwärmen“ in der Chill-out-Area. Die Veranstaltung war limitiert, musikalisch sorgten die 16er Buam & Friends für den Auftakt.
Am Samstag startete das Programm um 11 Uhr mit der Wienerlied-Matinee. Am Nachmittag wurde auf allen zehn Naturbühnen musiziert, am Abend folgte die mittlerweile legendäre „Köllaberg Ramasurie“.
Ein besonderer Schwerpunkt war heuer dem Schauspieler, Kabarettisten und Wienerlied-Sänger Helmut Qualtinger gewidmet.
Eröffnet wurde das Festival von Wienerlied-Musiker Helmut Stippich. In seiner Funktion als geschäftsführender Vorsitzender des Wiener Volksliedwerks verwies er auf die große Geschichte und Bedeutung des Wienerlieds und sprach den Veranstaltern Dank und Anerkennung aus.
Unter den Ehrengästen waren unter anderem Landtagsabgeordneter René Zonschits, Bürgermeister Alfred Kridlo, Hannes Steinacker vom Weinviertel Tourismus, Hannes Pleil von der Kulturvernetzung Niederösterreich sowie Ronald Leopoldi.
Musik, Wein und ein Kellerberg voller lieber Menschen
Natürlich gehört zum Kellerberg auch das Kulinarische. Die Gäste wurden mit regionalen Speisen versorgt, für den Weingenuss sorgte der Weinbauverein Jedenspeigen/Sierndorf.
Auch die Region profitiert vom Festival. Hotelzimmer in der Umgebung sowie der angebotene Campingplatz waren laut Veranstaltern stark gebucht.
Der Reinerlös des Wienerlied-Festivals dient der Förderung der Natur- und Kulturarena Sierndorfer Kellerberg.
Und wer jetzt schon wieder Lust auf Wienerlied am Kellerberg bekommen hat, kann sich den nächsten Termin gleich vormerken: Am 20. und 21. August 2027 geht es weiter.
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