Sie brauchen keinen Rasenmäher, keinen Treibstoff und machen sich nebenbei auch noch ausgesprochen gut auf Fotos: Mehr als 60 Schafe sind derzeit in Neusiedl an der Zaya als tierische Landschaftspfleger unterwegs. Auf rund fünf Hektar helfen sie dabei, wertvolle Trockenrasenflächen vor dem Verbuschen zu bewahren.
Was für die Schafe nach einem ziemlich großzügigen Buffet aussieht, erfüllt gleichzeitig einen wichtigen Zweck für den Naturschutz. Die Tiere grasen auf Halb- und Trockenrasenflächen nahe Neusiedl an der Zaya und fressen dort Gräser, Kräuter und junge Gehölze ab.
Gerade auf Flächen, die längere Zeit nicht bewirtschaftet werden, können sich Sträucher und Büsche immer weiter ausbreiten. Für typische Arten des Trockenrasens wird es dann zunehmend eng.
„Schafe eignen sich besonders gut, um diese wertvollen Flächen, die mittlerweile stark verbuscht sind, wiederherzustellen“, erklärt Alexander Ernst vom Verein Naturpark Leiser Berge. Und aus Schafsicht gibt es noch einen entscheidenden Vorteil: „Hier gibt es alles, was Schafe gerne fressen.“



Seltene Pflanzen zwischen den Gräsern
Trockenrasen wirkt auf den ersten Blick manchmal wenig spektakulär. Tatsächlich können solche Flächen aber Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere sein.
Im Frühjahr wachsen hier laut Ernst etwa das Frühlings-Adonisröschen und die Große Kuhschelle. Damit solche Arten genügend Licht und Platz bekommen, müssen die Flächen regelmäßig gepflegt werden.
Statt Maschinen erledigt diese Arbeit nun die Schafherde – zumindest teilweise ganz nebenbei beim Fressen.
Auch für die Agrargemeinschaft Neusiedl an der Zaya ist die Beweidung eine praktische Lösung. „Unsere Flächen können mit den Tieren ideal bewirtschaftet werden und die Schafe freuen sich über ein nahezu unbegrenztes Futterangebot“, sagt Obmann Ronald Bauer.
Teil einer größeren Ausgleichsfläche
Die rund fünf Hektar große Fläche wird als ökologische Ausgleichsmaßnahme für einen neuen Windpark in der Region gepflegt. Die Schafbeweidung ist dabei nur ein Teil mehrerer Naturschutzprojekte der EVN Naturkraft.
Nach Angaben des Unternehmens werden mittlerweile mehr als 250 Hektar solcher Flächen betreut. Dazu gehören etwa Bienenfresserwände, Flächen für den Wespenbussard oder ein Landschaftsteich für den Schwarzstorch.
Für die Schafe selbst dürfte dieser Hintergrund allerdings eher nebensächlich sein.
Sie haben vor allem eine Aufgabe: fressen.
Und sorgen dabei dafür, dass aus wertvollem Trockenrasen nicht irgendwann dichtes Buschland wird.
Fotocredit: EVN / Daniela Matejschek
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