16 Tage Zeit: Die Burg Hardegg öffnet ihre Tore

16 Tage lang erwacht die Geschichte der Burg Hardegg zu neuem Leben. Hoch über dem Thayatal öffnet die eindrucksvolle Festung von 8. bis 23. August ihre Tore und lädt dazu ein, in vergangene Jahrhunderte, außergewöhnliche Familiengeschichten und die wechselvolle Entwicklung der Burg einzutauchen.

Keine beschönigte Adelsgeschichte

Im Mittelpunkt des Burgsommers 2026 steht der Ahnensaal. Dort wird die Geschichte der Familie Khevenhüller erzählt, die seit 1730 mit der Burg verbunden ist. Damals erwarb Sigmund Khevenhüller die Anlage. Durch Heirat ging das Erbe später an die heutige Eigentümerfamilie Pilati über.

Was Besucherinnen und Besucher erwartet, ist allerdings keine glattpolierte Chronik voller Prunk, Titel und glanzvoller Auftritte. Die Geschichte der Familie erzählt ebenso von Schulden, Verlusten und Fehlentscheidungen. Sie führt an europäische Höfe, nach Mexiko und bis zur Enteignung durch die Sowjetunion. Kluge Entscheidungen stehen neben glücklichen Zufällen, große Erfolge neben schmerzhaften Schicksalsschlägen.

Kurz gesagt: In dieser Familiengeschichte steckt so ziemlich alles, was eine gute historische Serie braucht – nur dass es tatsächlich passiert ist.

Vom Rittersaal bis in den Felsenkeller

Die Burg kann ohne Zeitdruck und im eigenen Tempo erkundet werden. Der Rundgang führt durch den Rittersaal, die Winterküche und die Kapelle, weiter in den Ostturm und tief hinunter in den Felsenkeller.

Auch die wechselvolle Baugeschichte bekommt ihren Platz. Aus einer Grenzfeste des 10. Jahrhunderts wurde im Laufe der Zeit eine Ruine, bevor Ende des 19. Jahrhunderts der historistische Wiederaufbau begann.

Dazwischen darf man ruhig einmal stehen bleiben, den Blick über das Thayatal schweifen lassen und sich vom Wind durchpusten lassen. Denn manchmal besteht ein gelungener Burgbesuch auch einfach darin, nichts zu tun und ziemlich weit zu schauen.

Eintritt hilft beim Erhalt der Burg

Die Einnahmen aus dem Burgsommer fließen direkt in den Betrieb und den Erhalt der historischen Anlage. Was damit bewirkt werden kann, zeigte sich bereits im vergangenen Jahr: Das Ziegeldach des Pförtnerhäuschens wurde erneuert, Bewuchs entfernt, Bäume wurden zurückgeschnitten und defekte Geländer instand gesetzt.

Es sind vielleicht keine Arbeiten, die in Geschichtsbüchern landen. Für den Fortbestand einer jahrhundertealten Burg sind sie dennoch entscheidend.

Nach dem 23. August schließen sich die Tore wieder, damit notwendige Sanierungsarbeiten durchgeführt und weitere Etappen vorbereitet werden können.

Ein Ausflug in Österreichs kleinste Stadt

Wer schon nach Hardegg fährt, sollte ruhig etwas mehr Zeit einplanen. Österreichs kleinste Stadt liegt mitten in der eindrucksvollen Landschaft des Nationalparks Thayatal und bietet sich für einen Tages- oder Wochenendausflug an.

Der Burgbesuch lässt sich etwa mit einer Wanderung, einem Abstecher in die Erlebnis Perlmutt Manufaktur oder einem Besuch der Ruine Kaja verbinden. Diese ist an den Wochenenden geöffnet und belohnt den Aufstieg mit einem schönen Blick über das Thayatal.

Gut zu wissen

Der Burgsommer findet von 8. bis 23. August 2026 statt. Die Burg ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 16 Uhr.

Der Eintritt kostet je nach Ermäßigung zwischen 6 und 9,50 Euro und dient dem Erhalt der Anlage. Aufgrund der historischen Bodenverhältnisse wird festes Schuhwerk dringend empfohlen. Hunde dürfen an der Leine und mit Beißkorb mitkommen.

Fotos: Burg Hardegg

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